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Kerry O´Reilly wurde in Kilkenny als jüngstes Kind der Schafzüchter Patric und Cathrine Gold geboren. Ihre Kindheit verbrachte sie in den grünen Hügeln der irischen Insel und kümmerte sich mit ihren Geschwistern um die Aufzucht von verwaisten Lämmern, die sie mit viel Hingabe aufpäppelte. Wenn die Kleinen satt und zufrieden über die Wiesen tollten, nutzte sie die Zeit, um ihre älteste Schwester zu belauschen, die auf einer alten Konzertina irische Volksweisen spielte. Zu der Zeit, als sie ihren Eltern gegenüber den Wunsch äußerte, eine ebensolche Konzertina besitzen zu wollen, war das Geld sehr knapp, und so musste sie immer günstige Momente abwarten, um das Instrument der Schwester zu benutzen. Die Sehnsucht nach diesen Momenten war unendlich.
Mit 16 Jahren überkam Kerry das Fernweh und sie machte sich auf den Weg in die Welt. Ihre Familie machte ihr ein wunderbares Abschiedsgeschenk. Die alte Konzertina der Schwester.
Trotz ihrer zarten Gestalt setzte Kerry sich in den Kneipen und Pubs als Bedienung durch und verdiente hier ihren Lebensunterhalt. Die wenige Freizeit verbrachte sie damit, ihre Fähigkeiten auf dem Instrument zu erweitern, bis ein Schankwirt ihr Talent entdeckte und sie in seiner Kneipe aufspielen ließ. Es folgten herrliche, ausgelassene Feste, andere Musiker gesellten sich spontan dazu und die Kneipe wurde zur Legende. Das üppige Trinkgeld investierte Kerry in Unterrichtsstunden bei einem echten Musikprofessor.
Allmählich begann in Kerry der Wunsch zu reifen, nach dem Vorbild der „Kellyfamily“ eine Familie zu gründen und gemeinsam mit den Kindern und dem passenden Mann die Welt musikalisch zu erobern. In George O`Reilly fand sie den richtigen Partner dafür. Dass dieser zwar eine große Liebe zur Musik mitbrachte, aber keine hinreichenden musikalischen Fertigkeiten für eine Laufbahn als Musiker, stattdessen jedoch eine große Leidenschaft für geistige Getränke aller Art und alle erdenklichen sonstigen Vergnügungen, hatte sie mit dem Blick der Verliebtheit übersehen. Trotzdem unterstützte er sie nach seinen Möglichkeiten und half ihr bei der Gründung einer großen musikalischen Familie. Kerry schenkte einer recht ansehnlichen Kinderschar das Licht der Welt, und auch der Tourbus nach dem Kelly-Vorbild war schon bald vorhanden. Er erhielt den Namen „Blue Alice“ und begleitete die junge Familie auf vielen Reisen durch Frankreich, die Schweiz, Italien, Schottland und natürlich Irland. Nachdem jedoch das treue Fahrzeug aus Altersgründen schwächelte und der Spritverbrauch von ca. 13 Litern auf fünfzig Kilometer nicht mehr zeitgemäß erschien, begann die Familie sich neu zu orientieren und fand in den grünen Hügeln des Saarlandes eine Heimat.
Kerry begann, inspiriert durch die Landschaft, wieder mit der Schafzucht, bringt nun ihren Kindern die Flötentöne bei und freut sich, bei “Jolly Grog” eine musikalische Heimat gefunden zu haben.
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